Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre…

Nach meinem letzten (und ersten) Blogpost, dachte ich eigentlich die Saison sei für mich durch. Aber nun ja, was soll ich sagen: Was interessiert mich mein Geschreibsel von gestern?

Und so stand ich letzte Woche leidend in der Allianz Arena. Sogar aufs Klo bin ich während des Spiels, um ein Tor zu ermöglichen. Hat alles nicht funktioniert. Entsprechend groß war der Frust. So groß, dass er nur mit Bier (viel) und Kaiserschmarrn (lecker) einigermaßen erträglich gemacht werden konnte.

Beim gestrigen Spiel gegen Aue saß ich vor dem Fernseher. Das erste Mal seit langem wieder, denn bei den letzten Partien war ich immer live vor Ort. Total ungewohnt und deshalb entsprechend aufgeregt. Aber eigentlich guten Mutes. Bis zum Anpfiff. Ich will nicht sagen, dass die Jungs schlecht gespielt haben, aber in der 18. Minute habe ich Lenny, wegen des dritten schludrigen Passes, dermaßen angeschrien, dass man es vermutlich noch in Hamburg gehört hat. Danach gab es den Bruch im Spiel. Ich hoffe, das war Zufall und nicht wieder die doofe Telepathie. Wie und warum man Aue dann so ins Spiel kommen lassen hat, ist und bleibt mir ein Rätsel.

Genauso wie die Aufstellung: Alushi rein, begrüßte ich ja noch, aber Daube drin lassen und dafür Ratsche raus… Ich verstehe es auch heute noch nicht. Der „einzige, der den Unterschied machen kann“ (Zitat eines neutralen Beobachters).

Zurück zum Spiel: Ausnahmsweise hatten wir auch mal Glück mit den Schiedsrichterentscheidungen, denn Aue hätte mindestens einen Elfmeter bekommen müssen. Aber nach 22 Spieltagen mit (subjektiv gesehen) nur Pech und Blindheit, kann man ja auch mal Glück haben. Das Glück hat uns dann sowohl bei Julian Kochs Kopfball an die Querlatte (nur für @Curi0us), Lattenkreuz, Alu, wie auch immer, in der ersten, als auch bei John Verhoeks Kopfball in der zweiten Hälfte gefehlt. Zu viel Glück ist ja auch nicht gut. Wenn der reingegangen wäre. Ja, WENN… So viele Wenn-Sätze hatte bisher gefühlt noch keine Saison. Vielleicht will der Fußballgott nicht, dass wir die Klasse halten. Oder er will, dass wir (also die Jungs auf dem Rasen) uns mehr bemühen. Wobei ich ihnen das momentan nicht im Geringsten absprechen kann und will. Oder auch „Die Moral stimmt, aber es reicht spielerisch nicht“. Was mich zu Julian Koch bringt. Sein erstes Spiel für Sankt Pauli war richtig gut. Seitdem wird er mit jedem Auftritt ein bisschen schwächer. Was ist das nur? Kaum trägt ein Spieler unser Trikot, kann er keinen ordentlichen Pass mehr spielen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Saison. Und ist das, was ich am wenigsten verstehe: Warum harmonieren Spieler, die letzte Saison auch schon miteinander gespielt haben, jetzt plötzlich nicht mehr miteinander? Warum kommt kaum ein Pass oder eine Flanke an? Der Kopf, ist die meistgenannte Antwort. Ich will das nicht ganz glauben. Denn irgendwann muss ein Trainer wie Ewald Lienen den Kopf doch mal wieder zurecht gerückt haben oder nicht?

Ich wünsche mir, dass wir baldmöglichst Klarheit haben, wie es weitergeht. Für meine Nerven, aber auch für die Planung der neuen Saison. Kein Vertrag gilt für die 3. Liga. Das heißt, es müsste ein komplett neuer Kader aufgebaut werden. Mit einem kleineren Budget. Der im Idealfall den direkten Wiederaufstieg schafft. Es mag falsch klingen, in Zeiten in denen der Klassenerhalt natürlich noch möglich ist, über die 3. Liga nachzudenken. Aber ich hoffe, dass ich nicht die Einzige bin, die das tut. Vor allem hoffe ich, dass die Leute, die im Verein etwas zu sagen haben, sich (die richtigen) Gedanken machen.

Es ist nicht einfach, etwas zu finden, was Hoffnung macht. Aber aufgeben ist keine Option. Für mich nicht und auch für die Jungs nicht – hoffentlich. Ich möchte keine Relegation spielen müssen. Aus mehreren Gründen: Ich habe ein Problem, Urlaub zu nehmen in der Zeit, da die Relegation in die Pfingstferien fällt (Danke DFL!). Aber das größere Thema: Ich weiß nicht, ob ich das nervlich durchhalte. Jedenfalls nicht vor dem Fernseher. Das war die Hölle! Und da ich auch das nächste Spiel vor dem TV-Gerät verfolgen muss, stellt sich die Frage, womit ich mich beruhige. Für die Halbzeit habe ich das Wäsche aufhängen für mich entdeckt, aber was mache ich während des Spiels? Meine Freundin schlägt bügeln vor. Also immer her mit eurer Bügelwäsche! Andere pinkeln Tore, vielleicht kann ich ja einen Sieg bügeln.

Denn wann, WENN nicht nächste Woche.

In diesem Sinne: Forza magischer FC!

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4 Gedanken zu „Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre…

  1. Pingback: Gefühlschaos. | Positiv-Erlebnis.

  2. Pingback: #FCSP nullt zusammen mit Aue daheim – das Spiel nicht verloren, aber was ist mit der Liga? | KleinerTods FC St. Pauli Blog

  3. Pingback: Zum Leben zu wenig | Grenzenlos Sankt Pauli

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