Home is where your heart is

Warnung: Dieser Beitrag enthält Spuren (eher mehr als weniger) von Emotionen. Wer allergisch darauf reagiert, sollte nicht weiterlesen.

Ab zu Union. Für mich mal wieder ein neuer Ground, denn irgendwie habe ich es bisher nicht nach Berlin geschafft. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren oder woran es lag, aber SO besonders, wie viele sagen, finde ich es jetzt auch nicht. Aber von vorne:

Anreise soweit problemlos, das Schwierigste war noch, sich im Berliner Hauptbahnhof nicht zu verlaufen. Dann wurde ich von meinem Gastgeber abgeholt, durfte mich sogar noch kurz frischmachen und ab ging es an die Alte Försterei, wo sich die Bezugsgruppe nach und nach eingefunden hat. Ich hab mich mit einem neuen T-Shirt eingedeckt und mich einmal mehr gefragt, wem diese Frauengrößen passen sollen? Das war eine Kindergröße! Also eben das Männershirt genommen, darin kann ich wenigstens atmen. Platz im Block bezogen, alles wunderbar. Bis zum Fahnen-Dilemma. Wir standen direkt hinter einem Doppelhalter und im direkten Sichtfeld von sämtlichen Schwenkfahnen. Und ja, ich habe mich auch geärgert, weil ich nichts gesehen habe. Deshalb kann ich hier beide Seiten verstehen. Wir haben das Problem in der Halbzeit durch Platzwechsel gelöst. Macht viel mehr Spaß, wenn man sieht, was die Jungs da treiben und ich brauch keine Fahnen um zu supporten, auch wenn es schön aussieht, keine Frage. Das ist aber eine Geschmackfrage und wird wohl nie zu einem Konsens führen. Nicht, dass man keinen finden könnte, a la Schwenkfahnen nur die ersten zehn Minuten der Halbzeiten oder so. Aber wenn das unser größtes Problem ist, kann es ja so schlimm nicht sein. Vielleicht war es besser, dass ich die erste Halbzeit nicht gesehen habe, denn irgendwie war das nicht so richtig überzeugend. Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei meinem Nebensteher für seine „blutigen Ohren“ entschuldigen, aber ich war ziemlich unzufrieden mit meinem Lieblingsspieler und das hab ich dann eben auch kundgetan. Objektiv gesehen, war das Spiel auch nicht schlecht, aber… Ach, ihr habt es ja alle gesehen. Und als wir uns schon mit dem 0:0 abgefunden hatten, tja, da erwachte der Fußballgott plötzlich und entschied, dass er noch kurz eingreifen muss. Natürlich nicht für uns, ist klar.

Nach Abpfiff wollte ich gerade in Selbstmitleid versinken, als ein Flitzer vor unserem Block die Stimmung zum Kochen brachte. Während die Union-Ordner sich noch fragend anblickten, machte Matze Hain kurzen Prozess mit dem Idioten und tackelte ihn nach bester Football-Manier. Trotzdem war ich selten so konsterniert wie nach diesem Spiel. Aber wie heißt es so schön: Geteiltes Leid, ist halbes Leid und genau das hat sich am Freitagabend wieder bewährt. Die Fahrt ins Oberbaumeck verlief noch gedämpft, aber dort angekommen, führten wir schon wieder heitere Diskussionen. In meiner Bezugsgruppe ist von Optimisten („Wir bleiben ganz klar drin.“) über vorsichtige Optimisten („Die Relegation gewinnen wir auf jeden Fall.“) und Pessimisten („Wir steigen ab.“) bis hin zu Vorausplanern („Zwei Jahre 3 Liga können wir uns leisten.“) alles vertreten. Aber worin sich immer alle einig sind, ist „Sankt Pauli ist die einzige Möglichkeit“. Auch in Liga 3. Wenn es soweit kommen sollte.

Irgendwann zwischen nachts und morgens, haben wir uns getrennt und sind in die verschiedenen Unterkünfte gefahren. Ich durfte in braun-weißer Bettwäsche und einem Wasserbett schlafen und wollte am liebsten gar nicht mehr aufstehen, aber wir waren ja mit einem Teil der Bezugsgruppe noch zum Frühstück verabredet. Für mich ging es dann leider schon wieder ins regnerische München (warum regnet es hier eigentlich immer, wenn ich von „längeren“ Auswärtsfahrten zurückkomme?) zurück.

Was ich an diesem Wochenende gelernt habe und was mich momentan relativ gelassen in die Zukunft blicken lässt (meine Mutter war erstaunt, als ich ihr sagte, es gehe mir blendend): Das Gemeinschaftsgefüge, der Zusammenhalt, das sich umeinander kümmern, ist einfach wunderbar. Ich hab so viele Menschen getroffen: Menschen, die ich nicht oder nur flüchtig kannte und Menschen, die ich quasi jedes Wochenende sehe. Und ich hab mich unheimlich wohl gefühlt, man kann schon fast sagen „zuhause“. Und daran wird sich – hoffentlich – auch in der dritten Liga nichts ändern. Und deshalb ist es mir „egal“, wo wir spielen, denn „home is were your heart is“. Und das ist beim FCSP und bei meiner Bezugsgruppe! Mädels und Jungs, ihr seid großartig! Vielen Dank für die tollen Stunden! Nicht nur jetzt in Berlin, sondern von Beginn an, seit ich Teil eurer Gruppe sein darf.

Und deshalb heute in abgewandelter Form: Denn ganz egal, was auch geschieht, wir werden immer zueinander stehn!

Vor Ort waren auch:

https://grenzenlossp.wordpress.com/2015/03/22/schuld-war-nur-der-schlechte-rasen/

http://blog.uebersteiger.de/2015/03/22/26-spieltag-a-1-fc-union-berlin-2/

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2 Gedanken zu „Home is where your heart is

  1. Pingback: Schuld war nur der schlechte Rasen | Grenzenlos Sankt Pauli

  2. Pingback: Still lovin’ Himmelmann. #FCSP holt viel Liebe, aber keine Punkte bei Union Berlin. | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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