Berufspessimistin

Ich weiß, ihr wollt das jetzt in eurer Glückseligkeit nicht hören, aber mir macht das Spiel gestern Angst.

Auf die Frage nach dem „Warum“ konnte ich gestern keine Antwort geben und auch heute bin ich nicht wirklich schlauer. Vielleicht weil ich meinen Verein kenne. Oder zumindest zu kennen glaube. Vielleicht weil ich von Natur aus lieber schwarz sehe (daher auch der Titel dieses Eintrags) und mich hinterher umso mehr freue, als enttäuscht zu werden. Jedenfalls flossen gestern Abend Tränen. Und es waren keine Freudentränen. Es waren bittere Tränen der Angst, dass es nicht reichen wird. Dass dieser Heimsieg das letzte Aufbäumen war. Dass die Helden von gestern, die Deppen von morgen sind.

Fangen wir trotzdem vorne an. Irgendwie hatte ich schon vor Bekanntgabe der Aufstellung das Gefühl auf Lenny verzichten zu müssen, was per se jetzt kein Drama darstellt, aber als die komplette Offensivreihe ausgetauscht wurde, war ich doch eher schockiert. Anderseits gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Kantersieg oder Debakel, wobei Meinewenigkeit natürlich von letzterem ausging. Man wird sich ja noch irren dürfen…

Die beiden ersten Tore habe ich wie in Trance wahrgenommen. Danach hab ich beschlossen, meinen Kleiderschrank auszuräumen und auszusortieren. Was frau halt so macht, wenn sie nicht weiß wohin mit ihren Emotionen. Die waren aber gestern irgendwie von Anfang an nicht positiv. Vielleicht ist das das Erfolgsgeheimnis. Und mein Fernbleiben vom Stadion. Ich habe diese Saison nur einen Sieg in Erinnerung und das war gegen Union im Oktober. Sonst nichts in dieser Saison. Und obwohl ich den Verein liebe, würde ich im Falle einer Relegation nicht zuhause bleiben. Petition gegen meine Anwesenheit bitte jederzeit gerne an die im Impressum genannte Adresse 😉

Während ich also fröhlich meine Klamotten probierte, spielte meine Mannschaft (wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob da nicht was vertauscht wurde)

Fortuna an die Wand. Fairerweise muss man auch sagen, dass sich diese nicht großartig gewehrt hat. Und genau darin liegt das Problem: Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich die kommenden Gegner so vorführen lassen werden. Und dann kommt es darauf an, was die Mannschaft und das Trainerteam in der Situation macht. Ob man dann weiterhin auf einen 20-jährigen Neuprofi setzen will und kann. Der Junge hat ohne Frage ein großartiges Spiel gemacht, aber uns allen muss doch klar sein, dass er – vermutlich – nicht bis Saisonende so weitermachen wird. Leider. Das Ewald das mit einrechnet, glaube ich allerdings schon. Nur wir Fans sollten nicht zu viel von ihm erwarten. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen wollen, muss das als Mannschaft gelingen, aber – ja, ich habe tatsächlich auch was Positives – in der Mannschaft scheint es (wieder) zu stimmen.

Hoffen wir, dass ich wie so oft keine Ahnung vom Fußball habe und wir einen ungefährdeten (naja fast) Klassenerhalt hinlegen. Auch oder gerade weil ich nur noch ein Spiel verpasse.

In diesem Sinne: Forza magischer FC! Strafe mein Gefühl Lügen!

P.S.: Ich bin mir sicher, dass ich das Spiel im Stadion anders erlebt hätte, aber da gibt es eben kein Kleiderschrank

Es schrieben auch:

https://grenzenlossp.wordpress.com/2015/04/09/unfassbar-gut/

http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7700

http://amrandedesdorfes.blogsport.de/2015/04/07/fc-st-pauli-vs-fortuna-duesseldorf-40/

http://beebleblox.blogspot.de/2015/04/das-beste-ostern-ist-die-auferstehung.html

https://kleinertod.wordpress.com/2015/04/08/high-four-der-fcsp-heimsieg-gegen-dusseldorf-und-die-hochverdiente-ruckkehr-im-kampf-zum-klassenerhalt/

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2 Gedanken zu „Berufspessimistin

  1. Zitronenjette29

    Liebe Jessi, habe mich in Deinem Beitrag wiedergefunden. Letztendlich hat es aber unglaublich gutgetan ein Spiel mit sehr guten Phasen und Toren zu sehen. Wie es weitergeht? Wir werden sehen. Du hast gestern aber gefehlt. 🙂

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  2. Pingback: High four! Der #fcsp Heimsieg gegen Düsseldorf und die hochverdiente Rückkehr im Kampf zum Klassenerhalt. | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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