Einfach mal glücklich sein…

Endlich wieder Stadion – oder um genau zu sein – endlich wieder Millerntor! Ich hab es so vermisst. Nicht nur das Stadion, sondern auch Hamburg und meine Bezugsgruppe.

Erwartet hatte ich nichts, gar nichts ehrlich gesagt. Ich wollte einfach nur wieder bei meinen Leuten sein. Dann die Aufstellung gelesen und das Spiel gedanklich abgehakt – Lenny als einziger Stürmer, das konnte ja nichts werden. Tja, manchmal muss auch ich mich eines Besseren belehren lassen.

Das Spiel habt ihr ja alle gesehen (hoffe ich), deshalb will ich dazu gar nicht viel sagen. Aber zum Drumherum äußere ich mich gerne. Es war von Anfang an eine elektrisierende Stimmung. Das Stadion wollte jedenfalls alles geben und hat das dann ja auch getan. Wie immer hatte ich Gänsehaut beim „Herz von St. Pauli“. Schicke Choreos auf der Süd und auf der Gegengerade. Die Süd mit Pyro, ich mag das ja, aber die Diskussion möchte ich hier gar nicht aufmachen. Hat jeder seine Meinung dazu und soll sie auch behalten.

Die erste Halbzeit ging deutlich an uns, ohne zwingende Chancen zu haben (außer die von Schachter direkt nach Anpfiff). Und dann kam der Auftritt der vielgescholtenen Schnecke Kalla und Lenny Thy. Letzterer hätte es fast noch verdaddelt. Ich hatte schon Luft geholt um loszumotzen, was das denn hätte werden sollen, aber manche Leute machen es eben gerne ein bisschen komplizierter. Danach Freude pur, bei allen im Stadion und natürlich besonders bei mir. Meine Bezugsgruppe gratuliert mir ja immer so, als hätte ich das Tor persönlich geschossen. Manch einer hofft womöglich noch auf Freibier in Bezug auf die interne Torschützenkanone.

Ab da dann zittern bei mir. Und wahrscheinlich nicht nur da. Leipzig hatte nach der Pause viel mehr Chancen, auch weil unsere Jungs der (Lauf)Leistung in Hälfte eins Tribut zollen mussten. Trotzdem kam nicht viel Zwingendes heraus. Was mich und meinen Nebenmann nicht davon abhielt, ab der 70. Minute alle zwei Minuten auf die Anzeigetafel zu schauen, nur um festzustellen, dass es immer noch ewig dauert. In der 66. Minute kochte das Millerntor über, als Schnecke unsanft an den Pfosten gedrückt wurde. Von da ab bekam der gute Herr Reyna ein persönliches Pfeifkonzert bei jedem Ballkontakt zu hören. Und eben jener Reyna hätte fast noch den Ausgleich gemacht. Hab ich mir sagen lassen, denn ich hab zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr hingesehen.

Dann der Abpfiff und unbändige Freude. Inklusive einiger verstohlener Freudentränchen, wie hier bereits angekündigt.

Danach die Jungs gebührend gefeiert und verabschiedet und im Hinterkopf wuchs – auch aufgrund der anderen Ergebnisse – die Hoffnung, es doch noch zu packen. Dieses Auf und Ab kann nicht gesund sein, aber es ist nun mal typisch für diese Saison.

An der Domschänke einen kurzen Stopp eingelegt, bevor es für mich ausnahmsweise recht früh wieder gen Heimat ging. Im Zug sitzend, wollte ich mich eigentlich einfach nur freuen und glücklich sein, aber das war mir leider nicht vergönnt, weil mal wieder rumgemosert wurde.

Ich bin ja inzwischen abgehärtet, auch wenn ich die Lektüre des Forums größtenteils eingestellt habe, was Threads zu einzelnen Spielern betrifft. Aber wieso man immer auf den selben Spielern rumhacken muss, auch wenn diese – nachweislich – eine gute Leistung erbracht haben, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Lieblingsopfer ist wohl immer noch Schnecke, der immer die Knochen für unseren Verein hingehalten hat und für mich gestern Man of the match war (zumindest ohne rosarote Fangirlbrille). Lenny kommt allerdings traditionell auch nicht gut weg. Das ist übrigens auch der Grund, warum er es in mein Herz geschafft hat: Ich halte immer zu den „Ungeliebten“. Es mag sein, dass ich dabei ab und zu die Objektivität verliere, aber eine kurze Umfrage gestern und ein kurzer Check der Statistik zeigt: So ganz verkehrt lag ich nicht. Er hat ein ordentliches Spiel gemacht. Kein überragendes, aber auch kein schlechtes. Ich will hier kein Plädoyer halten, aber ich würde mir etwas mehr Fairness gegenüber unseren Spielern wünschen, vor allem denen gegenüber, die sich immer reinknien. Und dazu zähle ich Schnecke und Lenny definitiv.

Und deshalb bin ich stolz auf den Jungen!

Und das zu recht, wie ich finde. Auch wenn ich keinerlei Anteil daran habe. Deshalb lasse ich mir die Freude nicht mehr vermiesen und bin einfach mal glücklich. Bis zum nächsten Spieltag zumindest.

In diesem Sinne: Ich liebe dich, ich träum von dir…

Es schrieben auch:

http://beebleblox.blogspot.de/2015/05/mit-wut-im-bauch-geht-manches-besser.html

http://blutgraetschedeluxe.com/2015/05/04/ich-glaube-daran/

http://hamburg-ist-braun-weiss.info/rettendes-ufer-vorerst-erreicht-und-leipzig-die-aufstiegshoffnungen-geraubt/

http://blog.uebersteiger.de/2015/05/04/31-spieltag-h-rb-leipzig-und-verein-am-wochenende-182015/

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4 Gedanken zu „Einfach mal glücklich sein…

  1. Curi0us (@Curi0us)

    Dein Vormann hat ab ungefähr ab 53:20 gefühlt alle 30 Sekunden auf die Uhr geguckt. War. Das. Anstrengend.

    Aber egal, drei Punkte sind drei Punkte sind drei Punkte. Und ja, klar, wir wissen ja ob des Fangirltums, von daher kriegst Du dann halt die Knuddler, die sonst.. na, egal. 😉

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  2. Pingback: 31.Spieltag (H) – RB Leipzig (und: Verein am Wochenende 18/2015) | Übersteiger-Blog

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