10 (zum Glück nicht) nackte Friseusen

Um mir den Stress eines 19 Stunden Tages zu ersparen, reiste ich ganz entspannt am Samstag an. Dachte ich. Bis in Augsburg zehn (ich hab sie tatsächlich zwei Mal gezählt) Friseusen (stellte sich später im „Gespräch“ heraus) einstiegen, die erst mal die Leute, die auf ihren reservierten Plätzen (die Reservierungen wurden mal wieder nicht angezeigt) saßen, verjagten um dann lautstark das ganze Abteil zu unterhalten. Sie erfüllten JEDES Klischee und deshalb kam mir auch sofort der Song, dem ihr diesen Blogtitel zu verdanken habt, in den Sinn. Zum Glück behielten sie die Klamotten an. Aber ansonsten war es wirklich anstrengend, vor allem als dann der Mon Cherie Likör ausgeschenkt wurde. Selten war ich so froh, in Hamburg aussteigen zu dürfen. Dieses Mal habe ich in einem anderen Hotel übernachtet, war nicht schlecht, aber nichts ist so gut wie der Blick aufs Millerntor vom Hotelzimmer aus.

Abends noch mit Tascha beim Italiener eine gute Flasche Wein geleert und die Lage der Nation des Vereins besprochen. Dann ab ins Bett und die Verlängerung durch die Zeitumstellung sinnvoll zum Ausschlafen genutzt. Zum Frühstück gings ins Schanzenviertel, wo wir uns ausgiebig stärken konnten. Am Stadion dann den Rest der Bezugsgruppe getroffen und irgendwann in den Block aufgebrochen.

Ich musste heute kurz daran denken, wie ich früher immer auf die Aufstellung gespannt war, um zu erfahren, ob Lenny spielt. Momentan ist das schon zur Gewohnheit worden und das ist schön und freut mich vor allem für ihn, aber die „großen“ Gefühlsausbrüche gibt es dadurch nicht mehr. Dachte ich. Doch heute ging mir der arme Kerl ziemlich genau 90. Minuten ziemlich auf den Keks. Und das habe ich mehrfach lautstark kundgetan. Ich war sogar schon kurz davor mir ein neues Fangirl-Objekt zu suchen. Sebastian befand dann aber, dass Buba doch gut spielt und ich ihn somit lieber in Ruhe lassen solle. (Ich werde hier einfach nicht ernst genommen, scheint mir). Zur Freude aller prophezeite ich dann noch „Wir schießen heute kein Tor.“ Zwei Minuten später fiel das Abseitstor durch Schnecke. Ich korrigiert auf „kein reguläres Tor“ und unkte „Wir machen in der 89. einen individuellen Fehler und fangen das Gegentor.“ Wie ich es liebe, wenn ich Unrecht habe. Und wie gut Lenny zu wissen scheint, wenn ich richtig sauer bin. Denn von ihm kam der Assist zum 1:0 in der Nachspielzeit durch Ratsche. Dem zweiten, dem heute eigentlich nichts gelingen wollte. Aber danach fragt hinterher bekanntlich niemand mehr, wenn du triffst. Das Spiel war wirklich kein Hochgenuss, denn wir standen sehr tief, wobei ich finde, dass das gegen den Tabellenführer und besten Angriff der Liga ein durchaus probates Mittel ist. Die unspektakuläre Partie schlug sich auch auf das Publikum nieder. Das Millerntor war genau drei Mal laut: Bei der Begrüßung von und durch Ewald, beim Tor und bei der Pyroaktion der Süd. Man mag zu Pyro stehen, wie man will, aber dann zu singen „Ihr seid doof“ war mein persönlicher Tiefpunkt.

Eher so Kindergartenniveau. Muss aber jeder selbst wissen, auch in unserer Gruppe herrscht dazu keine Einigkeit. Fakt ist, es ist verboten und kostet Geld. Das Argument der Gefährdung kann ich aber nicht gelten lassen, da ja nicht mitten in der Menge gezündelt wurde und bei uns auch noch nie wurde, wenn ich mich recht erinnere.

Abpfiff, Glückseligkeit, Nachspiel an der Domschänke. Alles wie immer. Dann ab zum Zug und dieses Mal wurden zwar die Reservierungen angezeigt, dafür war der Zug aber brechend voll und kaum war man mal kurz auf die Toilette verschwunden, wurde einem schon der Platz streitig gemacht. Nach Hannover war es dann leerer und ich schlummerte tatsächlich bis Fulda so vor mich hin. In München angekommen, realisierte ich dann auch endlich, dass wir das Ding tatsächlich gewonnen und schon 22 von 40 Punkten geholt haben.

Jetzt geht es nach Bochum, zum Tabellenvierten. Die Anreise wird sich aufgrund des Stellwerkbrands in Mühlheim wohl etwas abenteuerlicher gestalten, aber vielleicht entschädigt mich der magische FC ja wieder so gut, wie dieses Mal.

Und wenn Lenny in Bochum ein ganzes Tor statt ein „halbes“ (Zitat Lieblings-HSVer) schießt, muss er sich auch nicht vor Konkurrenz fürchten.

Also: Voran magischer FC!

Es schrieben auch:

http://grenzenlos1910.com/oben-auf-und-oben-dran/

http://www.stefangroenveld.de/2015/war-ja-klar/

http://beebleblox.blogspot.de/2015/10/beinahe-bundesligafeeling-fcsp.html

http://blog.uebersteiger.de/2015/10/26/12-spieltag-h-sc-freiburg/

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2 Gedanken zu „10 (zum Glück nicht) nackte Friseusen

  1. Pingback: 12.Spieltag (H) – SC Freiburg | Übersteiger-Blog

  2. Pingback: Kann man mal machen – #FCSP besiegt den Spitzenreiter daheim mit einem feurigem Knaller | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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