Kann man mal so machen

Sagt der vierfache Torschütze nach dem Spiel. Jedenfalls wenn ich richtig Lippen lesen kann.

Kann man schon. Bringt das Fangirl aber in ein Dilemma. Ins Quoten-Dilemma. 3:12 Tore im Vergleich Fangirl-Anwesen- zu Fangirl-Abwesenheit. Was willst du mir damit sagen, mein Junge? Du wirst mich nicht los, egal was du machst 😉

Ich war nicht dort. Habt ihr euch vermutlich schon selbst zusammengerechnet. Und ich hatte heute früh schon so eine unbestimmte Sehnsucht. Eigentlich mehr nach meiner Bezugsgruppe. Nur noch zwei Heimspiele dieses Jahr für mich. Dann 7 Wochen Pause. 7 Wochen ohne Hamburg. 7 Wochen ohne Bezugsgruppe. Ja, auch 7 Wochen ohne Lenny.

So entspannt das Wochenende war, so nervös war ich heute. Mein Chef machte einen weiten Bogen um mich. Er hat sich wohl insgeheim gewünscht, ich wäre nach Hamburg gefahren. Tja Chef, einfach mal die Urlaubstage erhöhen, dann klappts auch mit der ausgeglichenen Assistentin.

Egal, also ich war jedenfalls nicht da und wir witzelten schon, wie viele Tore Lenny schießen würde. Vor allem, weil die geschätzte Leonie wie in Leipzig anwesend war und ihn quasi „geerbt“ hatte. Konnte also nichts schief gehen. Haha. Je nach Blickwinkel natürlich. Ihr erwartet hier jetzt hoffentlich keinen detaillierten Spielbericht, denn den könnte ich auch unter Androhung der Todesstrafe nicht lieferen. Mein Spiel war etwa so: Lenny Tor, Lachen, zweites Lenny Tor, hysterisches Lachen, eine Packung Schokomandeln, Halbzeit, einigermaßen gefangen, drittes Lenny Tor, Sprachlosigkeit, Chips, viertes Lenny-Tor, Dauer-Kopfschütteln.

Wenn der Nachbar das Spiel nicht gesehen hat, geht er von einem 2:0 aus, da ich danach komplett aufgehört habe, irgendwas von mir zu geben. Okay, bis auf einen Ballverlust von dem Kerl, der mich tatsächlich geärgert hatauf die Palme gebracht hat. Bin also doch noch ich, hatte mich schon selbst kurz erschrocken.

Ich hab so wahnsinnig viele liebe Nachrichten bekommen, dass man meinen könnte, ICH hätte die Tore selbst gemacht. Oder auch nur irgendwas dazu beigetragen. Wer den Millerton gehört hat (oder ab und zu Ewald lauscht), dem werden Spiegelneuronen was sagen. Vorweg: Ich glaube daran. Trotzdem: Das einzige, was ich zu den vier Toren beigetragen habe – wenn überhaupt, ist der Glaube an Lenny. Für die einen ist es Boller, Ebbe, Bruns, Pliquett oder Naki, Gunesch, Stanislawski, für mich wird Lenny immer der Spieler sein, der einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen wird. Die Begründung ist so dämlich, wie naheliegend. Die Art und Weise, wie mit ihm umgegangen wurde, bei Twitter, Facebook, im Forum, war für mich unerträglich. Und ich hab schon immer zu den Underdogs gehalten. Also liebe Hater da draußen, ihr habt mich zu dem gemacht, was ich bin, ein total durchgedrehtes Lenny-Fangirl. Das heute einfach nur unheimlich stolz auf den Jungen ist. Meinen Jungen! Heute ohne Anführungszeichen. Ausnahmsweise.

Und weil ich es eh nicht wirklich in Worte fassen kann, lass ich einfach mal meine Timeline und Nachrichten für sich sprechen:

Ich sag nur ein Wort: Vielen Dank! 😉 Ihr seid großartig! Vor allem diejenigen, die das Fangirl live und in Farbe (vor allem in Ton) ertragen (müssen).

Für mich kommt die Länderspielpause grade richtig. Bis zum Auswärtsheimspiel in München habe ich mich hoffentlich wieder einigermaßen erholt. Tore müssen da wieder die anderen schießen. Lenny ist leider verhindert. Aus Gründen.

Mir bleibt nur zu sagen: Forza Sankt Pauli!

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8 Gedanken zu „Kann man mal so machen

  1. Pingback: 13.Spieltag (H) – ForThyna Düsseldorf | Übersteiger-Blog

    1. jessi1594 Autor

      Das darf jeder für sich selbst definieren. Da ich aber laut Personalausweis volljährig bin, würde ich mich nicht automatisch von erwachsenen Fans abgrenzen. Ich hab einen Lieblingsspieler. Für den ich mich interessiere und der ein bisschen mehr Sympathie abbekommt, als der Rest der Mannschaft. So wäre meine Definition. Also in meiner Gruppe gibt es sogar einige Fanboys, auch wenn sie sich vielleicht nicht als solche bezeichnen würden.

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  4. Roda

    Der Unterschied zwischen einem Fan und einem Fangirl besteht darin, dass das Fangirl einen Lieblingsspieler hat? Klingt schon seltsam. Mehr so „Bravo“ halt.

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    1. jessi1594 Autor

      Es gibt nicht zwangsläufig einen Unterschied zwischen Fan und Fangirl. Man kann beides sein. Warum genau brauchst du da denn so eine genaue Definition? Und ja, es geht ein bisschen Richtung Bravo. Mit der Einschränkung, dass es nicht nur Hachen und Schmachten ist, wie bei einem verliebten Teenager, sondern auch kritische Auseinandersetzung ist.

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