Auswärtsheimspiel vs. Heimauswärtsspiel

Eigentlich wollte ich ja gar nichts schreiben, aber nach dem auch sonst fast niemand (außer den üblichen Verdächtigen) geschrieben hat, habe ich mich doch dazu hinreißen lassen.

Was ist nun eigentlich die richtige Bezeichnung für ein Auswärtsspiel deines Vereins in deinem Wohnort? Eigentlich auch egal, jedenfalls war klar, dass ich da hinfahre. Und zwar mit Anhang. Also nicht nur dem weiß-grünen Schnucki, sondern auch mit den blauen Eltern. Ja, ich weiß, dass das Verhältnis zu den Löwen ein besonderes (vorsichtig ausgedrückt) ist. Das ändert aber nun mal nichts an der familiären Verbundenheit. Und deshalb ärgern mich gewisse Aussagen. Sehr zum Teil. Gerade von Leuten, die ich ansonsten schätze. Und was mich noch mehr ärgert, sind Pauschalverurteilungen à la „Alle Löwen-Fans sind so und so“. Trifft mit Sicherheit genauso zu wie alle „Pauli-Fans“ gleich sind.

Vor dem Spiel am Samstag waren die Familie, der Lieblingswombat und ich beim fast schon traditionellen Kaiserschmarrn bei Franzz und Sissi (wie immer ohne Sissi, dafür mit ordentlichem Bier). Am Samstag dann also zeitig zum Stadion gefahren, man wusste ja auch nicht, wie die Einlasskontrollen so sein würden. Auf dem Weg einen Teil der Bezugsgruppe eingesammelt, dafür die Eltern verloren. Aber spätestens am Stadion hätten sich die Wege eh getrennt. Erfolgreich, wenn auch im zweiten Anlauf, eine Bezahlkarte erworben (der Kassierer hatte wohl Angst vor dem Wombat) und rein ins Stadion. Die Kontrollen waren meiner Meinung nach genau gleich oberflächlich wie immer. Noch nie wurde mein Geheimfach in der Tasche gefunden und kontrolliert. Danach Bier und Wurst verspeist, wobei das Bier an Grausamkeit kaum zu überbieten war. Man ist ja Astra gewöhnt, aber das… Noch kurz die nächsten Auswärtsfahrten organisiert (nicht meine, denn ich bin durch für dieses Jahr) und dann im Block Platz bezogen. Und irgendwann festgestellt, dass etwas fehlt. Genau, die Ultras. Es sickerte dann durch, dass es – wie eigentlich jedes Jahr – mal wieder zu Begegnungen der dritten Art mit Team Grün (die jetzt blau sind, aber mir gefällt die Bezeichnung einfach besser) kam. Und es somit 15 Minuten bis nach Anpfiff dauerte, bis der organisierte Support da war. Das hat man auch gemerkt. Wobei auch danach nichts wirklich bei rum kam. Dazu hat die liebe LeWi1910 schon was geschrieben (Link s. unten), ich sehe es genauso und möchte mich nicht wiederholen. Warum man Megaphone verbietet und welche Gefahr von diesen harmlosen Dingern ausgeht, darf mir gerne jemand erklären. Auf jeden Fall war die Stimmung eher mäßig. Auch meine eigene muss ich ehrlich gestehen. Irgendwie hatte ich spätestens Mitte der erste Hälfte das Gefühl, dass wir das keinesfalls gewinnen würden. Ich wäre also mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Aber dazu darf man die Gegner dann nicht einfach in der Gegend stehen lassen. Dass wir nicht noch gefragt haben, ob er gerne einen Tee hätte, bevor er abzieht, war gerade alles. Wir haben wirklich schon besser verteidigt. Naja, was solls. Spiel verloren, trotzdem noch Dritter, wenn uns das im Juli jemand gesagt hätte, hätten wir das sofort genommen.

Schnucki fuhr mit einem Teil der Bezugsgruppe gen Heimat, ich begleitete den Rest zum Bahnhof, wo wir die liebevolle Münchner Gastfreundschaft genießen durften und uns erst mal mitgeteilt wurde, was wir alles nicht dürfen (ich weiß immer noch nicht, ob atmen eigentlich erlaubt war, wir haben es todesmutig trotzdem gewagt). Ich bin danach zu meinen glücklichen Eltern gefahren und musste auch noch das Essen bezahlen. So läuft das bei uns mit den Verlierern. Lieblingssatz des Tages kam dann auch von meiner Mama: „Dass man auf Lenny nicht hätte aufpassen müssen, war ja klar, schließlich warst du im Stadion.“ Vielen Dank auch.

Ein Thema, welches nur am Rande mit dem Spiel zu tun hat, ist das hier:

Dazu mal mein Senf:

  1. Der Tweet ist unabhängig vom genannten Spieler daneben.
  2. Ich habe die Ironie erkannt, finde sie aber trotzdem nicht angebracht.
  3. Söldner und Versager ist für mich grenzwertig, H…sohn geht aus meiner Sicht gar nicht. Nicht über den eigenen Spieler und auch nicht über den Gegner.

Hab ich hier dann auch kommuniziert:

Und ja, ich werde auch kein Freund von Verhoek mehr, beispielsweise. Aber das hab ich noch nie gesagt und schon gar nicht öffentlich geschrieben.

Das wollte ich noch loswerden. Wahrscheinlich habe ich hier aber eine zu romantisch-verklärte Vorstellung vom Fußball im Allgemeinen und Fußballfans des FCSP im Besonderen.

Ansonsten freue ich mich sehr auf das nächste Heimspiel, ich hab nämlich schon wieder Sehnsucht nach Hamburg und dem Millerntor.

Bis dahin: Voran magischer FC!

Es schrieben auch:

https://couchgepoebel.wordpress.com/2015/11/23/eben-nicht-nur-fussball/

Mit einem Teil zum Antrag des FCSP auf der Irgendwas-Versammlung von der DFL: http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7901

Nicht zum Spiel, aber zum oben erwähnten Antrag: http://blog.uebersteiger.de/2015/11/23/der-antrag/

 

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11 Gedanken zu „Auswärtsheimspiel vs. Heimauswärtsspiel

  1. Pingback: In München verloren aber als Verein gewonnen – #FCSP bei 1860 und die JHV #fcspjhv | KleinerTods FC St. Pauli Blog

  2. KiezkickerDe

    Warum sagst du das Wilko nicht direkt, sondern nur als NonMention, und, was ich noch blöder finde – in einem Blogposting?
    Inhaltlich hast du ja recht, aber wirklich guter Stil ist das trotzdem nicht, so hinten herum jemanden zu kritisieren.

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    1. Anonymous

      Das wurde von mir gemacht, weil ich nicht blogge. Dazu ist dieses Format ja auch unter anderem da. Das Fangirl ist ihm als Bloggerin bekannt u evtl. liest er es. Beratungsresisrent ist er eh!

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      1. KiezkickerDe

        Öh? Verstehe ich nicht. Du bloggst hier doch?!
        Ich frage mich halt, warum Fangirl ihn nicht per mention bei twitter fragte. Ich finde es immer recht doof, bei Twitter über andere Twitterer zu twittern, ohne denen das zu erzählen. Und noch blöder, das dann im Blog noch weiter zu führen.
        Darauf zu vertrauen, dass er es von sich aus merkt, dass hier über ihn gebloggt wird, finde ich mindestens mal unhöflich, je nachdem, wie über einen dtitten gebloggt wird auch mehr. Du benennst diese Person im Blogpost, sagst ihr aber nicht, dass du das machst. Für mich ein NoGo. Ähnlich wie die Aussage selbst.

        Sollte ich nach meinem Twitternamen suchen, um herauszufinden, ob irgendwer irgendwo über einen Tweet von mir bloggt?! Das ist im Normalfall eine Bringschuld, dass jemand, den man namentlich in einem Blogpost kritisiert wenigstens initiativ darüber informiert wird.

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      2. jessi1594 Autor

        Er bekam einen Tweet aus meiner Bezugsgruppe. Muss ich ihm das selbe dann noch mal sagen? Ich denke uns allen ist bewusst, dass Aussagen im Internet frei verfügbar sind und somit veröffentlicht werden können. Die Wahl des Mediums und begründet sich zum einen in Reichweite, zum anderen in Zeichenverfügbarkeit.

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    2. jessi1594 Autor

      Es wurde ihm gesagt, wenn auch nicht von mir. Ich musste das nicht mehr wiederholen aus meiner Sicht, wollte es aber generell für meine Timeline und meine Leser nochmals festhalten. Denn dass das H-Wort inzwischen offensichtlich gesellschaftsfähig wird, stört mich generell und war auch Thema in anderen Blogs. Und sollte es auch so lange sein, bis es das nicht mehr gibt in unserer Fanszene.

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      1. KiezkickerDe

        Wie gesagt, inhaltlich stimme ich dir zu, den hier verwendeten Stil finde ich nicht viel besser, warum habe ich – so verstehe ich das nun wohl richtig?! – dem Wombat gerade geschrieben.

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      2. wombat

        @KiezkickerDe

        So mal was Grundsätzliches. Wer schreibt den jemanden vor, ob und wie man über den man seine Ansicht oder Kritik Ausdruck verleihen möchte, erwähnt? Das tust du auf Twitter nicht bei jedem über den du anderer Ansicht bist. 2. wenn ich hier kommentiere ist das aus meiner Sicht kein bloggen, da ich keinen Blog betreibe. 3. ist es eine Stilform, so wie Journalisten mit Print oder Digitalmedien, sich auf aus seiner persönlichen Sicht über empfundenes Unrecht oder Kritik zu äußern. Es wird dort auch nicht, ob man sich persönlich kennt oder nicht mit Adresse oder Accounts angesprochen. Da gehen unsere Ansichten auseinander. Ich werde auch keine Beispiele deiner Tweets raussuchen, in denen du auf gleiche Art dich über andere äußerst ohne sie mit Account darauf aufmerksam zu machen. Keiner verlangt Lesezwang, schon gar nicht von Herrn Steinhagen. Er hat meine Meinung zu seinem Stil auf Twitter und anderen Medien erhalten. Er sieht vieles anders, genauso nehme ich mir das Recht raus, es auch anders zu sehen.
        Außerdem gibt es keine journalistische oder private Regel, daß man den in seiner Kritik Erwähnten unbedingt darauf aufmerksam machen muss. im kleinen Kosmos des FCSP so wieso nicht. Vielleicht kann man es mit der Handhabung auf Twitter vergleichen. gegen wen oder was ich etwas habe, versetzte ich nicht mit Hashtags, Links oder Accounts. Oft wird um denBezug herzustellen ein Screenshot gemacht (Bsp. BLÖD ist vlld. treffend).
        Wir sollten evtl. auch nicht diesen Blogeintrag für Grundsatzdiskussionen nutzen.

        Zum Schluss noch eine kleine Anm. Der erste Kommentar sollte nicht als anonym raus, ist aber dem Smartphone und dicker Daumen geschuldet.

        Gern können wir uns an einem Spieltag mal persönlich dazu austauschen.

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  3. Stefan Roßkopf (@Kiezkickerde)

    Äh, niemand schreibt das einem vor. Tue ich übrigens auch nicht. Ich nenne es lediglich schlechten Stil.
    Und ich möchte bezweifeln, dass ich das auf Twitter tue- jedenfalls dann, wenn ich nicht davon ausgehen kann, dass die entsprechende Person das auch ohne Mention mitbekommt, weil sie mir zum einen folgt, und zum anderen gerade selbst aktiv twittert (meint die letzten ganz wenigen Minuten, und das auch mehrfach). Wenn ich jedoch jemanden kritisiere, dann kommt der definitiv in den Tweet mit rein, denn durch meine Kritik erhoffe ich mir ja eine Veränderung, ansonsten bräuchte ich nicht zu kritisieren. Das gelingt aber nur, wenn der kritisierte von der Kritik auch erfährt. Man reflektiert sich selbst so fürchterlich selten, wenn man das Gefühl hat, es richtig zu machen, weil keine (negative) Kritik kommt. Die einzigen, die ich nicht mentione, sind Verlage oder irgendwelche rechten Spinner – weil ich bei denen nicht davon ausgehen kann, dass sie an einer ernsthaften Auseinandersetzung mit ihrem Handeln auch nur interessiert sind. Das nur zu deinem Einwurf, ich würde das auf Twitter auch nicht tun. Wie gesagt, mir ist es wichtig, dass der kritisierte von der Kritik erfährt, schon, um auch meine Sichtweise überprüfen zu können. Oder mich von ihm überzeugen lassen zu können. Ihn zu überzeugen. Um ihm die Möglichkeit zu geben, mir seine Sichtweise in einem weiteren Tweet vielleicht verständlicher zu machen.

    Du findest, diese Diskussion gehöre hier nicht hin? Aber sicher tut sie das, in dem Blogbeitrag wird das von mir kritisierte doch getan. Und ein Blog ist einfach noch mal ein komplett anderes Medium, und speziell, wenn das Medium gewechselt wird, wenn ich jemanden kritisiere sollte derjenige die Möglichkeit bekommen, davon u erfahren. Wenn er sich dort dann nicht äußern möchte (wie in diesem konkreten Fall jetzt), ist das OK. Aber ich kann mich nur wiederholen, ich halte es für schlechten Stil, jemanden zu kritisieren, ohne ihn da in dieser öffentlichen Kritik auch die Möglichkeit einzuräumen, sich zu äußern. Dafür muss er von der Kritik wissen.
    Ich täte keinen Wind machen, wenn es ausschließlich um die Aussage als solches gegangen wäre. Dann hätte man nämlich den von dir erwähnten Screenshot gemacht, und hätte Profilpriktogramm und Twitternamen geschwärzt. Hier scheint es aber eben auch um Kritik an der konkreten Person zu gehen. Und das ist dann halt recht persönlich und nicht bloß auf die entsprechende Aussage bezogen.

    Dein Angebot, das mit mir auch persönlich am Spieltag zu besprechen weiß ich zu schätzen, muss ich aber ablehnen. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich diese Meinung nicht auch im Reallife dir gegenüber genauso vertreten würde. Den Grund dazu findest du in meiner Twitterbio. Ich wäre dann entweder nicht mehr in der Lage, das Spiel anzuschauen, oder aber, bei einem Treffen nach dem Spiel, mit dir zu diskutieren. Beides funktioniert bei mir an einem Tag direkt hintereinander einfach nicht vernünftig. Aber gerne an einem anderen Tag, wenn du dich hier öfter im Viertel herum treibst, im Fanladen oder so?

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    1. Wombat

      Ich schwärze keine Namen, die sich freiwillig in die Öffentlichkeit begeben. Das ist auch so eine Marotte. Das du anderen Stil bevorzugst habe ich verstanden. Ich werte aber nicht, ob er gut oder schlecht ist und reite da drauf rum. Es ist jedem überlassen und der Erwähnte weiß genau was an ihm kritisiert wird. Dazu möchte er sich evtl. noch an anderer Stelle äußern. Es sollte auch der Blogbetreiberin obliegen, die Mittel ihrer Kritik zu wählen. Ich habe den Erwähnten direkt auf sein, aus meiner Sicht, pubertären Müll hingewiesen, weil ich andere Werte für mich und den Verein ansehe. Mit Ironie Wörter, die in unseren Kurven nicht erwünscht sind, abzutun macht es nicht besser u lasse ich nicht als Entschuldigung (die es nicht war) oder Erklärung zu.
      Damit möchte ich das hier beenden. Das Thema Schimpfworte wird an anderen Stellen sicher immer wieder aufkommen und was den Stil von Blogs angeht, finden wir nicht zusammen u deshalb beende ich die Diskussion HIER.

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  4. Schmöllenbrinck (@CulturalTour1st)

    Ich hatte den Tweet von Wilko favorisiert, da ich ihn als klare Satire empfunden habe.
    Da mag ich mich täuschen, aber so war meine Interpretation des Getweeteten. Ich kenne Herrn Steinhagen nicht persönlich.
    Ansonsten kann ich mich @Kiezkickerde nur anschließen: Diese Non-Mentions sind doof. Entweder direkt oder gar nicht. Sofern der hier kommentierende Wombat die Person ist, die Wilko direkt auf Twitter Kontra auf seinen Tweet gegeben hat, finde ich das gut. Direkt ansprechen was einen stört, halte ich in den meisten Fällen für gut.
    Über die Verwendung von Hurensohn kann man sich vielleicht streiten. Ich persönlich finde es weder besonders krass noch besonders verwerflich, eher armselig. Und ist daher im Sinne oben genannter Satire genau richtig gewählt.
    Zum Blogpost: Dieses Auswärtsheimspielding kenn ich auch und ich finde es hier gut beschrieben. Ich bin allerdings recht froh, dass meine Eltern nicht Fußballfans sind. Ein Spiel meiner Mannschaft gegen das der Eltern fände ich aus mehrerlei Gründen anstrengend bis nervtötend.

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