Verdammte Axt

Das war es nun also, das Fußballjahr 2015. Und obwohl ich unbedingt zu diesem letzten Spiel des Jahres wollte, bin ich doch auch froh, dass nun ein paar Wochen Pause ist.

In diesem Spiel war allerdings von vornherein der Wurm drin. Gleich nach der Terminierung hatte ich Urlaub genommen und den Zug und das Hotel gebucht. Nur auf die Idee, mir den Vorverkaufstermin in den Kalender einzutragen (so wie sonst immer), bin ich nicht gekommen. Bis ich begriffen hatte, dass eine Karte benötigt wird, gab es selbstverständlich keine mehr. Also erst mal in Panik ausgebrochen. Und sich dann der guten Verbindungen erinnert. „Alles voll easy und kein Problem.“ wurde mir versichert und ich war zumindest vorerst beruhigt.

Das nächste Problem stellte sich am Wochenende vorher: Magen-Darm-Infekt. Wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Ich wusste jedenfalls eigentlich bis Freitag früh nicht, ob ich in den Zug steigen können würde oder nicht. Aber das ging dann doch erstaunlich gut. Und nervige Frisösen gab es dieses Mal auch nicht. Nur eine etwas vernachlässigte Zugmitte.

Ich hatte noch genug Zeit mich im Hotel ein bisschen frisch zu machen, bevor ich meine Karte in Empfang nehmen und mit meiner geliebten Bezugsgruppe quatschen durfte. Ich bekam spontan noch eine Mütze geschenkt und obwohl ich alles andere als ein Mützengesicht habe, finde ich die richtig toll. Vielen Dank an die Wombat-Mama.

Vor Anpfiff wurden erst mal die verschiedenen Wurf- und Leuchtmaterialien verteilt und manch einer hatte zwischendurch ein paar Hände zu wenig. Wir haben aber alles an den Mann/die Frau/den Rasen gebracht.

Das Spiel war kein wirklicher Hochgenuss, aber das war zu erwarten. „Besser als in Bielefeld.“ ließ der Nebensteher verlauten. Gut, viel grausamer ging ja eh nicht. Überraschend war der Torschütze zum 1:0: Bernd Nehrig. Dürfte er gerne öfter so machen. Was ich weniger oft so bräuchte, wäre ein Schiedsrichter mit der (Hand)Regelauslegung wie Herr Weiner. Wenn selbst der Lieblings-HSVer sagt, dass es keinen Freistoß hätte geben dürfen… Was dann folgte, war irgendwie Slapstick und dann war er auch drin. Ja nun… Nach Sichtung der Zusammenfassung (das ganze Spiel brauch ich nun auch nicht mehr), hätte ich tatsächlich noch einen Elfmeter für uns gepfiffen. Und das obwohl mich Lennys Fallsucht wirklich zur Weißglut bringt.

Hat Herr Weiner aber nicht. Somit ging das letzte Spiel des Jahres verloren. Ja mei, wie der Bayer sagt. Wir haben 30 Punkte, überwintern schlechtestenfalls auf Platz 6. Hätte uns das jemand im Juli gesagt, hätten wir wohl alle unterschrieben.

Wir sind dann wie immer noch zur Domschänke um das Jahr ausklingen zu lassen, als sich die Polizei plötzlich massiv formierte. Diffidati-Marsch von USP aufgrund der zahlreich verhängten Stadionverbote. Was man allerdings mit Polizeipferden ausrichten will, wenn Feuerwerkskörper im Spiel sind und die armen Tiere völlig panisch reagieren, erschließt sich mir – wie eigentlich fast immer bei „Polizeitaktik“ – nicht.

Da ich merkte, wie sehr mein Körper immer noch auf Reserve läuft, habe ich mich früh verabschiedet und den Herrn Wombat noch zum Bahnhof gebracht. Vor dem Bahnhof verabschiedet, zum Hotel gegangen, auf der Hälfte des Weges „Zug hat Verspätung“ und was macht man für seine Lieblingsmenschen, man dreht um, trifft sich wieder dort, wo man sich 5 Minuten vorher verabschiedet hat und ratscht eben noch eine Runde. Dieses Mal hab ich gewartet, bis der werte Herr in den Zug gestiegen ist, die Türen zu waren und der Zug losfuhr, bevor ich mich dann in mein warmes Bettchen aufgemacht habe.

Am nächsten Tag ging es dann mit Franzbrötchen und Erinnerungen an ein insgesamt schönes Fußballjahr wieder zurück nach München. Auf einer erneut ereignislosen Fahrt. Zum Jahresende wollte die Bahn offensichtlich noch mal beweisen, dass sie auch anders kann, als dieses Jahr auch schon erlebt.

Mir bleibt nur noch euch ein paar schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen. Genießt die Winterpause und denkt mal an was anderes als an Fußball. Ich freu mich jedenfalls drauf. Aber ich freu mich auch auf das Spiel in Fürth, das bekanntlich eh was Besonderes für mich ist.

Bis dahin

Forza FCSP!

 

P.S.: Der Titel geht auf eine Twitterumfrage zurück, da ich zwar den Text hatte, mir aber absolut kein Titel einfallen wollte.

Nachfolgend ein „Best of“ der Vorschläge:

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Ein Gedanke zu „Verdammte Axt

  1. Pingback: Im Ganzen gesehen: #FCSP verliert daheim gegen den KSC. Aber Danke für 2015! | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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