Ro(a)hrkrepierer

Berlin und ich. Das passt einfach nicht. Nicht bei Union. Und auch nicht zuhause gegen Union. Ob das dieses Mal aber an den Eisernen lag, wage ich zu bezweifeln.

Die Anreise gestaltete sich bereits kurios.

Aber irgendwie war meine Laune aus unerfindlichen Gründen da eh schon im Keller. Mein letztes Heimspiel war (ich musste drei Mal nachsehen) am 12. Februar (!). Man sollte also meinen, dass da eine gewisse Vorfreude herrschte, aber weit gefehlt. Könnte auch daran liegen, dass der werte Herr Wombat sich lieber in südlichen Gefilden statt auf der beschaulichen Gegengerade aufhielt. Ich mag alle meine Bezugsgruppenmitglieder, aber es gibt halt immer so ein, zwei besondere Menschen und wenn die fehlen, ist es nur halb so schön. Und obwohl ich dieses Mal wirklich früh da war und ordentlich Zeit für Spielvorbereitung war, besserte sich meine Laune keineswegs. Ein Blick beim Warmmachen auf Lenny genügte mir, um zu wissen, dass der heute ähnlich drauf war. Ich erwartete also nichts, jedenfalls nicht von ihm. Nach dem Schlag aufs Knie in der 3. Minute hätte man ihn dann ganz auswechseln können. Trotzdem dauerte es eine halbe Stunde bis zu meinem ersten (und einzigen) Tobsuchtsanfall. Die erste Halbzeit ist mit „grausam“ noch schmeichelhaft umschrieben. Und das sowohl auf dem Rasen, als auch auf den Tribünen. Ein Trauerspiel, aber dazu kommen wir später noch einmal gesondert. Nach der Halbzeit wurde es etwas besser. Wo der Union-Trainer allerdings ein gutes Spiel gesehen haben will, ist mir ein Rätsel. Keines der Teams hatte wirklich zwingende Chancen, das Spiel plätscherte so dahin, um ehrlich zu sein, habe ich mich selten so in einem Stadion gelangweilt. Normalerweise kann man sich ja dann wenigstens am Support beteiligen, aber leider hörte ich nur die Unioner und da wollte ich aus naheliegenden Gründen nicht mitmachen.

Wir wollten ja dann eigentlich noch mit zum Marsch, bis wir uns sortiert hatten, waren die ersten schon los, aber man trifft sich ja immer wieder. Für mich war es der erste Marsch und ich war überrascht, wie friedlich alles ablief. Wo das doch alles solche Unruhestifter sind, nicht?  Ich hab jedenfalls keine Wasserwerfer und auch sonst kaum Polizei gesehen, was mich hoffen lässt, dass man bei der Polizei vielleicht etwas verstanden hat. Sollten wir öfter versuchen, klappte doch ganz gut, oder Herr Innensenator?

Danach das übliche Nachspiel an der Domschänke, welches dieses Mal etwas länger dauerte und mit dem guten Dom-Catering (einen Vorteil muss das Ding ja haben) abgerundet wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war meine Laune auch schon wieder besser, Spiel war ja lange vorbei und ein bisschen Alkohol tat sein übriges dazu.

Trotzdem: Der Support ist und bleibt ein Riesenthema für mich. Ich geh jetzt seit ziemlich genau 3 Jahren ans Millerntor. Also bald 2 komplette Saisons. Ich höre die mit 10 Saisons und mehr lachen, aber irgendwann muss man ja mal anfangen. Ich kenne also die alte Gegengerade nicht mehr, von der alten Süd brauchen wir gar nicht reden. Aber vor 3 Jahren hatte die Gegengerade noch eine Stimme. Und es gab tatsächlich Roar-Momente. Wo sind die nur hin? Und vor allem: Warum? Ich weiß es nicht, wirklich nicht. Jetzt hatte ich gestern auch nicht meinen besten Tag und das Spiel hat sicher nicht viel hergegeben, aber das Union uns so an die Wand singt… Ich bin immer noch – geschockt. Das trifft es eigentlich am ehesten. Die Süd haben wir auf der Gegengerade wirklich gar nicht gehört. Tatsächlich haben wir (Block E) zwei Mal Wechselgesang mit der Nord gemacht, einmal „Fabulous Sankt Pauli“ und das wars irgendwie. Bei der Einwechslung von Benny Köhler, wurde um mich herum nicht geklatscht und ich kam mir schon ganz komisch vor, als ich dem vom Krebs genesenen Gegner applaudierte. Liegt das nur an den viel gescholtenen „Eventfans“? Oder am Saisonverlauf im Allgemeinen? Geht um nichts mehr, kann ich meine Wochenendplanung auch im Stadion machen? Nee Leute, wirklich nicht! Aber solange die Spieler die tolle Stimmung noch abfeiern

Muss der das sagen oder glaubt der das wirklich? Ich war vor 2 Wochen im Fürther Auswärtsblock mit 250 Mann, da war mehr los, als am Freitag im gesamten Stadion. Und jetzt sagt ihr – zurecht – „Die meckert immer nur, macht es aber auch nicht besser.“ Stimmt. Weil ich keine Ahnung habe, wie die Lösung aussehen soll. Ich weiß nur, dass ich keine „Stimmung“ wie in Wolfsburg oder Sinsheim haben will. Und ich glaube, dass eine gute Stimmung im Stadion die Mannschaft entsprechend pusht und vielleicht ein paar Prozent mehr rausholen lässt. Vielleicht genau die paar Prozent, die uns dieses Jahr zu einer Spitzenmannschaft gefehlt haben. Die 3 letzten Heimspiele wird sich daran wohl nichts mehr ändern, aber ich hoffe sehr, dass in der neuen Saison etwas mehr passiert. Sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen.

In diesem Sinne: Forza magischer FC!

 

 

 

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5 Gedanken zu „Ro(a)hrkrepierer

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