Von verlorenen Geldbeuteln und gewonnenen Spielen

Für das letzte gemeinsame Doppelfußballwochenende mit meinem Freund hatte ich mir was Besonderes gewünscht. Wurde es dann auch, allerdings anders als gedacht.

Da ich nicht Samstag um 4 Uhr früh von München aus los wollte, fuhren wir gemeinsam von Nürnberg. Die Schwiegermama in spe war so lieb uns zum Bahnhof zu bringen und mich daran zu erinnern, dass ich ja ausnahmsweise ein Papier- und kein Handyticket hatte, welches man vielleicht mitnehmen sollte. Also mal wieder ein bisschen Stress und Hektik vor der Abfahrt, aber immer noch genug Zeit um beim Bäcker was zu essen zu kaufen, wenn, ja wenn man den Geldbeutel finden würde. Der war aber weg. Und mit ihm sowohl die Bahncard, als auch der Ausweis als auch die Karten fürs Spiel. Man muss meinem Freund ein großes Kompliment für die Ruhe machen, die er immer noch hatte, als ich ihm das mitteilte. Nach 5 minütiger Beratungspause und einem kurzen Bargeldcheck (seines logischerweise, meines war ja im verschollenen Geldbeutel), stiegen wir dann doch in den Zug. Kurz der Schaffnerin die Situation erklärt und offensichtlich ein nettes Team erwischt, denn sowohl sie als auch ihr Kollege winkten nur ab. „Keine Bahncard? Passt scho.“ Puh! Erst Mal durchatmen. Und dann morgens um 7 die Bezugsgruppe anhauen, wer noch Karten übrig hat. Wie sich herausstellen sollte, war das am Samstag wohl allgemein kein Problem, denn es wimmelte quasi von Kartenangeboten. Trotzdem liebe bgsp, vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung, es ist unheimlich schön zu sehen, dass man sich auf euch verlassen kann!

Um für die Rückfahrt gerüstet zu sein, wollten wir vorab im Reisezentrum am Hauptbahnhof klären, was man denn nun macht. Aber die Information der guten Frau am Schalter, war so unhilfreich wie falsch. „Das gibt dann eine Fahrpreisnacherhebung, die müssen Sie nicht gleich bezahlen.“ Um es vorweg zu nehmen, falls ihr auch mal in der Situation seid: Nicht ohne Ausweis! Ohne Ausweis entweder direkt im Zug bezahlen (könnt ihr nur hoffen, dass ihr jemanden habt, der Geld dabei hat) oder aber Polizei, aussteigen, Personalienfeststellung. Aber bevor wir uns diesem Thema näher widmen konnten, kam ja noch das Spiel.

Da ich noch sämtliche Karten einsammeln musste und noch „alte, senile, aber ein bisschen liebenswerte“ Männer (eigentlich nur einer, wenngleich die Beschreibung auch auf andere zutreffen könnte) zu begrüßen hatte, fiel die VordemSpiel-Zeit etwas kürzer aus. Und als es dann auch noch anfing zu nieseln, machte sich der erste Teil der Bezugsgruppe schon mal auf ins Stadion. Hätte aber auch noch ne halbe Stunde später gereicht, denn in unserer Ecke herrschte gähnende Leere.

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Das erklärt auch warum es noch so viele Karten gab. Unsere (nervigen) Nebensteher waren dieses Mal komplett zuhause geblieben. Somit bekamen die neuen Nachbarn das Glitzerkonfetti ab. Die Aufstellung überraschend ohne Lenny und noch überraschender hat es mir recht wenig ausgemacht. Kann man schon mal für die neue Saison üben. Üben sollten auch die Bochumer Fans nochmal. Man weiß nicht so wirklich, was das unter der Blockfahne hätte werden sollen, aber so gehörte das wohl eher nicht. Und dann ging es mit „Aux Armes“ los. Dachten wir. Aber die Süd wollte zunächst irgendwie nicht. Jedenfalls nicht mit dem Rest des Stadions. Jetzt kann man natürlich sagen, dass die ja nicht die Animateure sind und wir den Clubtanz dann nur nachmachen, aber ich hielt das bisher immer für ein ungeschriebenes Gesetz, dass man mit „Aux Armes“ anfängt und vorher keiner was anderes macht. Es war auf jeden Fall alles etwas holprig und so richtig aufgelöst hat sich das eigentlich auch erst nach dem ersten Tor. Dann allerdings war es endlich mal wieder laut. So soll das die letzten beiden Heimspiel auch sein.

Fafa Picault, 3 Torschüsse, 2 Treffer. Im Überschwang der Gefühle, ließ ich mich sogar zu diesem Tweet hinreißen:

Der wird mir wohl noch um die Ohren fliegen, aber ich war am Samstag ein kleines bisschen verliebt in Fafa. Weniger glücklich war ich mit Basti Maier, der meinen einzigen Tobsuchtsanfall abbekam – und der hatte sich gewaschen. So ein großes Stadion, wo die Spieler keine einzelnen Zwischenrufe hören, hat schon was für sich. Wenn man der Presse Glauben schenken darf, wird es aber der letzte gewesen sein, denn Herr Maier verlässt uns wohl Richtung Hannover. Es gibt Wechsel, die muss ich nicht verstehen.

Wir hatten nicht nur einen Heimsieg zu feiern, sondern auch einen Geburtstag. Oder eigentlich zwei. Danke lieber @unverlierbar für das Bier. Das war ein sehr gelungener Abschluss. Und Greta möge mir verzeihen, dass ich sie – unabsichtlich – mit Pommes beworfen habe.

Es ist Angerichtet. (Bud war aus)

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Aber für mich stand ja noch die spannende Rückfahrt an. Auch hier wieder einen Schaffner erwischt, der beide Augen zugedrückt hat (und dessen Lesegerät nicht ging – lobet und preiset den Technikgott). So kamen wir nach unspektakulärer Rückfahrt wieder in Fürth an – und siehe da, wen ich im Fußraum begrüßen durfte:

Das Wochenende perfekte machte am Sonntag der Heimsieg der Spielvereinigung und somit gab es mal wieder einen 6 Punkte Spieltag.

Dass der FCSP und die SpVGG als Erst- und Zweitverein gut zusammenpassen, bewies dann auch mein Fürther Lieblingsvorsänger:

Meine Kleeblattsaison ist hiermit mit einem Sieg beendet, für den magischen FC hätte ich noch drei Mal drei Punkte eingeplant. Wobei in Düsseldorf gerne gewonnen werden darf, nur halt eben ohne mich. Daher gibt es den nächsten Bericht wohl erst in zwei Wochen.

Bis dahin: Forza FC Sankt Pauli!

 

Es schrieben auch:

https://kleinertod.wordpress.com/2016/04/18/2-fuer-3-fuer-4-fcsp-heimsieg-gegen-den-vfl-bochum/

http://niceguys.blogsport.de/2016/04/17/senfdazu19/

Drei Punkte für Klaus

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Ein Gedanke zu „Von verlorenen Geldbeuteln und gewonnenen Spielen

  1. Pingback: 2 für 3 für 4 – #FCSP Heimsieg gegen den Vfl Bochum | KleinerTods FC St. Pauli Blog

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